Kath. Reformkräfte: "Ernüchternde Bilanz, bleibende Brisanz"

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Katholische Reformkräfte am Ende der 6. Synodalversammlung  

Pressemitteilung Stuttgart, 31. Januar 2026 

Eine ernüchternde Bilanz ziehen Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Gemeindeinitiative, Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB), Maria 2.0, #OutInChurch, pro concilio und Wir sind Kirche am Ende der sechsten und letzten Synodalversammlung in Stuttgart. Bereits vor der Versammlung hatten acht katholische Reformkräfte ihre konkreten Erwartungen klar formuliert und waren in Stuttgart präsent. 

Nach den erschütternden Ergebnissen der MHG-Studie haben die deutschen Bischöfe in gemeinsamer Verantwortung mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken 2019 einen Synodalen Weg gestartet, der trotz aller Schwierigkeiten weltweit große Beachtung gefunden hat. Ausgehend von den Risikofaktoren sexualisierter und spiritueller Gewalt und Vertuschung laut der MHG-Studie sind die systemischen Ursachen Machtstrukturen, Priesterbild, Frauendiskriminierung und Sexuallehre intensiv bearbeitet worden, die allesamt auch Hindernisse für eine glaubwürdige Evangelisierung sind. Dies ist ein großer und bleibender Verdienst.  

Fortschritt trotz Blockaden 

Gleichzeitig ist festzuhalten, dass der Synodale Weg viele Erwartungen und Hoffnungen nicht erfüllt hat, nicht erfüllen konnte. Zu eng sind die derzeitigen kirchenrechtlichen Vorschriften, die eine wirksame Beteiligung des Kirchenvolkes an wesentlichen Entscheidungen noch unmöglich machen. Hinzu kommt das unverantwortliche Ausscheiden einzelner Bischöfe aus dem gesamten Prozess. Ein großes Problem aller bisherigen Ergebnisse des deutschen Synodalen Weges ist die laut jetzigem Kirchenrecht nach wie vor bestehende Letztverantwortung der Bischöfe, besonders auch im Bereich der Finanzen.  

Der Synodale Weg hat in den Synodalversammlungen und Synodalforen theologisch und pastoral gute Grund- und Handlungstexte beschlossen, diese müssen jetzt aber auch zeitnah und konsequent umgesetzt werden. Wir freuen uns darüber, dass diese Texte, insbesondere zu den Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, Christ*innen in der ganzen Welt ermutigen, auch bei sich aktiv Reformen anzugehen. Allerdings wurde auch deutlich, dass die hart errungenen Beschlüsse des Synodalen Weges im Vatikan bislang noch zu wenig Anerkennung fanden. Deshalb bedarf es dringend weiterer produktiver Dialoge. 

Die Vorstellung des Monitorings der Beschlüsse hat gezeigt: Es braucht mehr Transparenz, wo noch eine Umsetzung aussteht. Hier rufen wir die Diözesanbischöfe dazu auf, die Erkenntnisse aus ihren Diözesen zu veröffentlichen. Dies war bisher im Monitoring nicht gegeben. Nur so können die Gläubigen aber eine konsequente Umsetzung vor Ort einfordern. Es bleibt weiterhin eine Herausforderung, sichere Orte für alle Menschen, aber insbesondere Frauen, Kinder, Jugendliche und queere Menschen zu schaffen. 

Gelernte Synodalität weiterleben  

Und dennoch blicken wir in Dankbarkeit auf diejenigen, die den Geist der Synodalität und Reform in den letzten sechs Jahren mitgetragen und gelebt haben. Dies waren vor allem die Lai*innen, aber auch einige der Bischöfe. Hier erwarten wir, dass sich zukünftig alle Teilnehmenden aktiv an den synodalen Beratungen beteiligen. Die heute verabschiedete offizielle Abschlusserklärung fasst in notwendiger Offenheit zusammen, was der Synodale Weg in Deutschland angestoßen und bewegt hat, aber auch woran weiterhin intensiv gearbeitet werden muss, damit unsere Kirche wieder glaubwürdiger und relevant für die Menschen werden kann. 

Neuwahl DBK-Vorsitz

Von den deutschen Bischöfen erwarten wir, dass sie nach dem sehr zu bedauernden Verzicht von Bischof Dr. Georg Bätzing in einem Monat einen neuen Vorsitzenden wählen, der sich mit gleicher Kompetenz und Konsequenz für die Umsetzung der Reformen einsetzt, die der Synodale Weg bislang erarbeitet hat. Laut Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung 2023 halten 96 Prozent der deutschen Katholik*innen Reformen für dringen geboten. 

Wir sind froh, dass der Synodale Weg in der Synodalkonferenz, deren Satzung noch von der DBK und von Rom genehmigt werden muss, weitergeht. Hierbei darf es jetzt nicht mehr zu neuen Problemen und Verzögerungen kommen. Hinter schon gegangene Schritte hin zu mehr Synodalität gibt es kein Zurück mehr. Das gilt für alle Bistümer. Die Kirche hat nur eine Zukunft, wenn sie ernsthaft alle beteiligt, Vielfalt unterstützt und als Gewinn versteht. Wir rufen alle Katholik*innen dazu auf, die Umsetzung mitzutragen und in ihren Gemeinden und Bistümern einzufordern. 

Pressekontakte: 

Altfrid Norpoth, Pressesprecher Maria 2.0
Tel: 0151 4183 6774, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Hannah Ratermann (Pressereferentin des KDFB) 
Tel: 0221 86092-24, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Dr. Martin Schockenhoff, Leitungsteam pro concilio
Tel: 0173 3248913, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. 

Rainer Teuber (Pressesprecher #OutInChurch e.V.)
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Christian Toussaint (Pressesprecher des BDKJ-Bundesvorstandes) 
Tel: 0176 17956099, E.Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Paul-G. Ulbrich, Gemeindeinitiative.org
Tel: 0157 88455612, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Christian Weisner (Wir sind Kirche-Bundesteam)
Tel: 0172 5184082, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

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